
Volker Hartung übernahm die Position des Chefdirigenten der Jungen Philharmonie
Köln im Jahr 1986. Ausgebildet in der Tradition der deutschen Sinfonik
und Oper und unter dem Einfluß der Dirigenten Brockmann, Mrawinsky und
Celibidache entwickelte Hartung ein besonderes Einfühlungsvermögen
in die französische und slawische Musiktradition.
Beeindruckt vom Einfluß Arturo Toscaninis auf die Musikwelt Amerikas
und der Atmosphäre und Professionalität der dortigen Ausbildung
strebt Hartung eine Verbindung dieser verschiedenen Kulturwelten an: Subjektivität
und Vergeistigung der deutschen und slawischen Musiktradition mit der unmittelbaren,
objektiven Disziplin und Werktreue der amerikanischen Art des Musizierens.
Im Gegensatz zu der ausschließlich akademisch fundierten Ausbildung
vieler junger Dirigenten konnte sich Hartung auf allen Gebieten der Musikpraxis
entwickeln: bereits in früher Jugend als Solo-Bratschist und Kammermusiker
in professioneller Umgebung beeinflußt, dann als Dirigent, Intendant
und Orchestermanager gefordert und bewährt. Hartung kann sich auf ein
durch tägliche Praxis gefördertes Grundwissen und einen großen
Erfahrungsschatz im Umgang mit professionellen Symphonieorchestern stützen.
Durch seine jahrzehntelange Erfahrung als unabhängiger, durch keinerlei
Subvention geförderter Orchesterchef hat er gelernt, ein Orchester zu
formen und gegen vielerlei Widerstände existentiell zu ermöglichen.
Ergebnis ist ein sehr breitgefächertes, reichhaltiges Repertoire. Der
in der heutigen Zeit weitverbreiteten Neigung zur Spezialisierung stellt Volker
Hartung bewußt ein breitgefächertes musikalisches Wirkungsgebiet
entgegen: neben der Beschäftigung mit historischen, theatralischen und
philharmonischen Themen der abendländischen Musik ist Hartung stark an
Musiktheater, Film, Kino und an audiovisuellen Techniken interessiert. Inspiriert
durch sein intermediales Studium an den kalifornischen Filmhochschulen gilt
sein Interesse besonders einem fachübergreifenden kulturellen Erleben.
Dazu gehört z.B. auch die Beschäftigung mit Live-Aufführungen
von großen Filmen mit originalen Partituren, die Aufnahme der Musik
großer Film-und Unterhaltungskomponisten in symphonischen Programmen
sowie die Realisierung ambitionierter multimedialer Projekte in Verbindung
mit symphonischen Bildern und Klängen.
BIOGRAFIE
...geboren in Köln 1955
1972-80 Erster Unterricht in Violine,
Viola und Kammermusik am städtischen Konservatorium und Musikhochschule
Köln bei Gérard Ruymen und dem Amadeus-Quartett.
1974-80 Teilnahme an Meister-Kursen
bei Rainer Moog, Gérard Caussé, Bruno Giuranna und Sandor Vegh
1974-80 Solo-Bratschist bei der »Klassischen
Philharmonie Telekom Bonn« sowie im Rheinischen Kammerorchester Köln
1980-1982 Stipendiat im Fach Viola und Dirigieren an der
Juilliard School of Music in New York City.
1982-84 Stipendiat am »California
Institute of the Arts« in Los Angeles bei Alan de Veritch und dem Budapester
Streichquartett, Mitglied im Pacific Symphony Orchestra und dem Los Angeles
Chamber Orchestra
seit 1986 Chefdirigent der Junge Philharmonie
Köln.
Zahlreiche Tournéen mit dem neuformierten Orchester durch ganz Europa,
Aufnahmen und Solisten-Förderung, Auftritte mit dem Orchester auf zahlreichen
Festivals in Frankreich und Italien (Bergamo, Cannes, Menton u.a.)
1990 Debüt
in der Kölner Philharmonie, Hamburger Musikhalle
1992 Europatournée
und Konzerte im Rahmen der Festivals in Aix-en-Provence, Bergamo, Vaison-la-Romaine,
Monte-Carlo u.v.a.,
Debüt im Concertgebouw Amsterdam
1993 Gastdirigate
in Italien (RAI Neapel und Sinfonia Lecce)
1996 Mitwirkung
im Rahmen einer WDR-Produktion für den »Teuersten Aprilscherz«
der WDR Fernseh-und Rundfunkgeschichte: Die von WDR-Redakteur Dr. Harbecke
angeblich entdeckte Schubert-Messe in C-Dur.
1997/98 Europatournée mit
Nigel Kennedy und der Junge Philharmonie Köln. Produktion von Delibes’
»Coppelia« in der Oper Köln mit dem Kölner Tanzforum
und Jochen Ullrich
1999 ARD-Produktion
und Live-Konzert-Übertragung mit dem MDR-Rundfunk-Orchester aus dem Leipziger
Gewandhaus mit Film-und Unterhaltungsmusik der 20er, 30er, 40er Jahre (Theo
Mackeben, Gerhard Winkler, Friedrich Schröder, Franz Grothe, Friedrich
Holländer)
2000 Konzert-Produktion
im Sydney Opera House, Australien.
Konzertserie zum 100. Geburtstag von Fred Raymond mit der MDR-Kammerphilharmonie.
CD-Produktionen mit dem St. Petersburg Philharmonic Orchestra.
Festival Monte Carlo mit der Junge Philharmonie Köln.
Gastdirigat mit der Philharmonie Stettin, Polen
2001 Rosenmontagskonzert
im Leipziger Gewandhaus mit dem Salonorchester Leipzig mit Werken von Johann
Strauß, Franz von Suppé, Paul Lincke, Fred Raymond, Ludwig Schmidseder,
Georges Boulanger u.a
.
2001 Mitwirkung
im Rahmen der Veranstaltung »Film-und Musik« von MDR-Kultur mit
Salonorchester- Besetzung. Werke von Peter Kreuder, Friedrich Schwarz, Friedrich
Holländer, Theo Mackeben, Leo Leux, Walter Jurmann u.a. (Ausstrahlung
der Sendung am 2. März 2002, siehe Anlage: »Triangel-das Radio
zum Lesen» Seite 137)
2002 Konzertauftritte
mit der Junge Philharmonie Köln in der Hamburger Musikhalle, Münchener
Gasteig, Düsseldorfer Tonhalle und Kölner Philharmonie mit Werken
von Rossini, Rachmaninoff und Brahms.
Teilnahme am Schwangau Festival auf Schloss Neuschwanstein in Füssen,
Bayern mit der Übertragung des Konzertes durch den Bayrischen Rundfunk.
2004 WDR-Produktion mit
Herbert Feuerstein »Meister von Morgen« auf Schloß Augustusburg
in Brühl.
Teilnahme
am Mozart-Festival in Sofia, Bulgarien.
Mehrere CD-Produktionen für Günther Hänssler's Profil-Edition
im weltweiten Vertrieb von Naxos.
All Rights Reserved